»SPOIL SPORT«
Gruppenausstellung von Dorothea Carl, Birgit Kiupel, Tranquilium und Heike Breitenfeld
Freitag, 23. März 2007 | 20 Uhr |»BILDER
Ausstellungseröffnung: Dorothea Carl, Birgit Kiupel, Tranquilium und Heike Breitenfeld
zeigen Fotografie, Zeichnung, Video und Installation
Fr 23.03. 20h Eröffnung
Sa 24.03. 20h-22h
So 25.03. 15h-19h
Fr 30.03. 20h-22h
Sa 31.03. 20h-22h
So 01.04. 15h-19h
und nach Vereinbarung (040)21999 292
Ausstellungsdauer: 23. März— 01. April 2007
»SPOIL SPORT«
Die Ausstellung spoil sport versammelt Arbeiten von 4 Hamburger KünstlerInnen,
die sich in Fotografie, Zeichnung, Video und Installation mit Randerscheinungen
vor, während und nach sportlichen Grossereignissen befassen.
Dorothea Carl wirft in ihrer Videoinstallation „abseits“ einen eigenwilligen Blick
hinter die Kulissen der WM. EIne Videoprojektion zeigt Orte der Feiern – nachdem
die Gäste das Schlachtfeld verlassen haben. In einem weiteren Video kommen
AnwohnerInnen, HvB-Servicepersonal, Müllarbeiter, Imbiss-, T-Shirt, Bioladen-,
Fanartikel-, Blumen- und KartenverkäuferInnen, ein Nachtportier, ein Lehrer, ein
orthopädischer Schuhmacher, eine Therapeutin, eine Friseuse und - ganz normale
Fussballfans zu Wort.
Auch Birgit Kiupels gezeichnete sportive Randnotizen zeigen Menschen hinter der
Bande, im Pulk geborgen als "public viewer" oder im Abseits nach der "Niederlage."
FlanneurInnen auf der Dietmar-Koel-Strasse konnten einer besonderen Performance
beiwohnen: Jedes Tor der deutschen Elf wurde auf einem Balkon von einem alten Mann
im Stil einer Schwarzwalduhr kommentiert. Er trat wie ein sich mechanisch drehendes
Kunstmännchen heraus, trötete - und verschwand unter dem Beifall der Fans.
Sportliche Hamburgensien – noch mal in Zeitlupe - Helden für einen Sommer.
30.Juli 2006, strahlender Sonnenschein, 184 Berufsfahrer, 20.000 Freizeitradrennfahrer,
1.000.000 Zuschauer. Der Fotograf Tranquillium mischte sich unter die Rennfahrer und
fuhr mit geschulterter Kamera die 100 Kilometer mit. Dabei entstanden ungewöhnlich
direkte Ansichten aus dem Pulk, der sich aus vielen Einzelkämpfern zu einer gemeinsam
fliessenden Masse geformt, über den Asphalt schiebt. Neben dem sogartigen Effekt, den
die Geschwindigkeit der Gesamtheit auf den Einzelnen hat, waren es die rasenden
Schattenzeichnungen auf dem Asphalt, die das Flüchtige eines jeden Wimpernschlags
ausmachen. Das hautnahe Erlebnis ermöglicht die besondere Innenansicht, die Tranquilliums
Fotografie unmittelbar und lebendig macht.
Im Mittelpunkt der Videoinstallation "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel ist vor dem Spiel"
von Heike Breitenfeld stehen die erstaunlichen Aufwendungen einen Sportplatz
sporttauglich zu halten, die sie über einige Jahre von ihrem Balkon aus beobachten
konnte. Der unscheinbare von gehörlosen und türkischen Klubs genutzte Platz wird alle
zwei Wochen zur evendi Arena für den American Football. Der Trubel drumherum ist gewaltig.
Der Rasen wird regelmässig mit bunter Kreide besprüht, und die Cheerleaders schwenken
häufiger glitzernde Rüschen, als überhaupt gespielt wird. Aber nach dem Spiel wird
der Rasen gesprengt, die Kreide verwischt und nur die Austernfischer picken wieder nach
Insekten.